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Mythos und Farbe

Grußwort

Aus Anlass seines 90. Geburtstages soll das künstlerische Werk Erich Grüns in diesem Jahr besondere Würdigung erfahren.

Unter dem Thema "Mythos und Farbe" wird an fünf Ausstellungsorten in Hannover eine Auswahl an Aquarellen und Ölbildern Erich Grüns gezeigt. Die hiermit vorgelegte Festschrift dokumentiert in Ausschnitten diese umfassende Ausstellung und feiert damit in besonderer Weise das Lebenswerk des Hannoveraner Künstlers.

Mythen, Landschaften, Fabelwesen im unerschöpflichen Zusammenspiel von Farben und Ausdruck dessen, was Menschen im Innersten bewegt: Das ist die Welt des Erich Grün, dessen Techniken Öl, Aquarell, Enkaustik, Pinsel und Federzeichnungen umfassen.

Mythos - das ist bildhafte Weltauslegung und Lebensdeutung in erzählerischer Form, versehen mit Symbolen, Visionen und fabulierenden Darstellungen, die dem rationalen Diskurs nicht zugänglich sind. Aber gerade diese Polyvalenz gibt dem Mythos seinen Reichtum.

Mythos - das ist erzählerische Aufarbeitung menschlicher Urängste und -hoffnungen. Mythos - das ist Erzählung von dem, was nie geschah und doch immer ist (Sallust): Erzählung rational unzugänglicher Erfahrungen der Kontingenz - der Unverfügbarkeit des Unvermeidlichen und der Unbedingtheit des Unverfügbaren.

Wir möchten Erich Grün als einen Künstler und Menschen ehren, dessen Lebenswerk von "Mythos und Farbe" geprägt und unlösbar mit der Heiligen Schrift verbunden ist, in der es immer wieder um das geht, was nicht vom Menschen abhängt, ihn aber unbedingt angeht.

Wir sind stolz und voller Dank, von der Fülle seines künstlerischen Schaffens auf so wunderbare Weise profitieren zu dürfen! Auch den Titel unserer Hannover-Bibel, im Jahr 2003 gestaltet von Bürgerinnen und Bürgern Hannovers, schmückt ein Aquarell Erich Grüns.

Seine Bilder rühren in ihrer intensiven und oft suggestiven Farbigkeit und expressiven Kontur die Seele des Betrachters an. Sie machen Lust darauf, Geschichten des Alten und Neuen Testaments erneut für sich zu entdecken. Sie lassen uns eintauchen in die Welt antiker Mythen und offenbaren den reichen Schatz biblischer Themen. Seine künstlerische Sprache lässt die Seele mit den Augen hören.

Wir danken den großzügigen Förderern des Projekts: der Niedersächsischen Lottostiftung, dem Ev.-luth. Landeskirchenamt und der Citykirchenarbeit Hannover. Wir danken den Autorinnen und Autoren dieser Festschrift für ihre sehr persönlichen und fundierten Beiträge.

Wir danken Frau Dr. Ingeborg Bloth und Frau Barbara Henkel für den vielfachen Einsatz für das Zustandekommen der Ausstellung. Letztlich und doch vor allem danken wir dem Künstler Erich Grün für die Bereitstellung seiner Bilder und seine entgegenkommende Kooperation!

Mit Segenswünschen!

Wolfgang Puschmann, Stadtsuperintendent

Zufälliges Bild

(ohne Titel)
Nr. 1778
Datiert auf 1996
Zyklus: Gesichter 96
Aquarell
73 x 51 (Rahmen: 80 x 65)


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